Im Rahmen seiner Not- und Wiederaufbauhilfe beteiligt sich Liechtenstein schon seit einigen Jahren an Projekten der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Im Jahr 2016 werden drei Projekte mit insgesamt 450'000 Franken unterstützt. Diese Gelder kommen notleidenden Menschen in Irak, Libanon und Ecuador zu Gute.
Bis Ende Jahr haben im Irak schätzungsweise fünf Millionen Menschen keinen Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneprodukten. Binnenvertriebene sind besonders stark betroffen. Im Ninewa Gouvernement, das im Nordosten Iraks an Syrien grenzt, leben rund 290‘000 Binnenvertriebene. Die Hilfsorganisation „Action Contre la Faim (ACF)“ möchte mit dem Projekt, das von Liechtenstein, der Schweiz und Kanada unterstützt wird, 32‘000 Hilfsbedürftige erreichen und ihnen den Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneprodukten ermöglichen.
Aufgrund des Syrien-Konflikts haben gemäss dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat knapp 4.8 Millionen Syrerinnen und Syrer ihr Heimatland als Flüchtlinge verlassen. Mehr als eine Million Menschen sind in das Nachbarland Libanon geflohen, die Hälfte von ihnen sind unter 18 Jahre alt. 320‘000 schulpflichtige Flüchtlingskinder können keine Schule besuchen. Mit dem DEZA-Projekt werden die Infrastruktur und die Sicherheit an den Schulen verbessert und insbesondere auf die Verbesserung der Gesundheits- und Hygienestrukturen abgezielt. Davon profitieren sowohl syrische Flüchtlingskinder als auch jordanische Kinder.
Am 16. April 2016 wurde Ecuador von einem Erdbeben, das eine Stärke von 7.8 auf der Richterskala erreichte, erschüttert. Rund 700 Menschen sind umgekommen und knapp 30‘000 verloren ihr Zuhause. Die DEZA möchte Ausbildungsprogramme zur erdbebensicheren Bauweise anbieten und Maurer, Zimmermänner, Ingenieure und Architekten diesbezüglich schulen. Das Projekt wird in Pedernales, dem Epizentrum des Erdbebens, durchgeführt.