Luftqualität

Die Überwachung der Luftqualität in Liechtenstein erfolgt gemeinsam mit den Ostschweizer Kantonen im Rahmen von Ostluft. Zusätzlich betreibt das Amt für Umwelt ergänzende Messungen. Gemessen werden die Luftschadstoffe Feinstaub, Stickoxide, Ozon, organische Verbindungen und Ammoniak.

Aktuelle Messwerte Ostluft

Die Überwachung der Luftqualität in Liechtenstein wird seit Anfang 2001 gemeinsam mit den Ostschweizer Kantonen im Rahmen von Ostluft durchgeführt. Die aktuellen Messdaten und Informationen zu den Immissionsmessungen können auf der gemeinsamen Homepage von Ostluft abgerufen werden.

Aktuelle Immissionsmessdaten Ostluft

Das Amt für Umwelt misst mit einer mobilen Messstation die Luftqualität, mit Fokus auf Feinstaub, an verschiedenen, vor allem verkehrsbelasteten Standorten. Diese Messungen ergänzen diejenigen an der fixen Ostluft-Messstation bei der Landesbibliothek in Vaduz. Im Jahr 2026 ist die mobile Messstation am Eintrachtkreisel in Eschen im Einsatz.

    Blick Richtung Westen zum Kreisel

    Eschen

    Eintrachtkreisel

    Blick Kreisel Richtung Osten

    Eschen

    Eintrachtkreisel

    Eschen

    Eintrachtkreisel

Die hier dargestellten Daten sind Rohwerte, die nicht immer die tatsächliche lufthygienische Situation in ganz Eschen abbilden können. So können lokale Abgasfahnen oder Messfehler die Daten beeinflussen.

Die mittlere Feinstaubbelastung in Eschen war in der Kalenderwoche 24 im Vergleich zur Vorwoche etwas höher. Der Wochenmittelwert beträgt in Eschen bei der Essanestrasse 14 µg/m3. Damit war die Belastung doppelt so hoch wie in Vaduz bei der Landesbibliothek mit 7 µg/m3 (Wochenmittelwert). Am Montag wurde in Eschen die höchste Belastung der Woche gemessen, ebenso am Standort Vaduz. Die Tagesmittelwerte lagen in Eschen bei 33 µg/m3 und in Vaduz bei 12 µg/m3. Am tiefsten war die Feinstaubkonzentration in Eschen sowie in Vaduz am Donnerstag (Tagesmittelwert: 6 µg/m3 bzw. 4 µg/m3). Der Tagesmittelgrenzwert von 50 µg/m3 wurde an beiden Standorten deutlich unterschritten. Die kurzzeitigen Spitzen am Montag Nachmittag und Abend sind wohl auf lokale Einflüsse zurückzuführen. Die mittleren Tagestemperaturen lagen zwischen 13°C zur Wochenmitte und frühsommerlichen 23°C am Wochenende (Quelle: Meteostation Vaduz).

Um die Belastung der Bevölkerung und der Umwelt durch Luftschadstoffe gesamtschweizerisch darzustellen, werden aus Messdaten und aus Modellrechnungen Karten zur Luftbelastung erzeugt. In diesen Karten fließen auch die Werte der Station Vaduz ein.

Ostluft, bei der Liechtenstein seit 2001 Mitglied ist, hat eine Studie zum Thema «Luftschadstoffbedingte Gesundheitskosten» in Auftrag gegeben. Der allgemeine Schlussbericht ist auf der Ostluft-Internetseite abrufbar. Ein spezifischer Bericht für das Fürstentum Liechtenstein wurde ebenfalls erstellt.

Stickoxide zählen zu den Hauptluftschadstoffen. Sie umfassen u.a. Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Hauptquellen sind der motorisierte Strassenverkehr (Verbrennungsprozesse, bei hohen Temperaturen) und Feuerungen. 

An 15 Standorten wird mittels Passivsammlern Stickstoffdioxid gemessen. Die Messstandorte und die entsprechenden Messdaten können im Ostluft Jahresbericht eingesehen werden.

Ozon (O3) kommt natürlicherweise in kleinsten Mengen in unserer Atemluft vor. Bodennah – in der Luft, die wir einatmen – ist zu viel Ozon schädlich. Weiter oben – in der Stratosphäre – schützt es uns vor der gefährlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne.

Bodennahes Ozon ist die wichtigste Komponente des Sommersmogs.

Ozon wird u.a. in der Messstation Vaduz Landesbibliothek gemessen. Die Messwerte sind auf der Belastungskarte von Ostluft einsehbar.

Ammoniak (NH3) ist ein stickstoffhaltiger Luftschadstoff, der massgeblich zur Überdüngung von empfindlichen Ökosystemen beiträgt. Hauptquelle von Ammoniak ist die landwirtschaftliche Tierhaltung. Seit 2008 werden an verschiedenen Stellen in Liechtenstein Ammoniakimmissionen gemessen.

Des Weiteren hat Liechtenstein 2019 mit einer Messstelle im Ruggeller Riet bei einer Gesamtstickstoffdepositionsmessung teilgenommen. Die Ergebnisse hat das Schweizer Bundesamt für Umwelt BAFU veröffentlicht.

Eine Detailstudie hat die Situation der Stickstoffdeposition in Liechtenstein genauer angeschaut.

Die EU hat für Benzol in der Aussenluft einen Grenzwert von 5 µg/m3 im Jahresdurchschnitt eingeführt. Aufgrund der krebserregenden Eigenschaften von Benzol ist darauf hinzuweisen, dass die Einhaltung dieses Grenzwertes nicht dahingehend interpretiert werden darf, dass dann keine Gesundheitsgefährdung mehr vorliegt. Zur Überwachung der Konzentration von Benzol sowie weiterer organischer Schadstoffe (Toluol, Ethylenbenzol und Xylole) werden an sieben Standorten Immissionsmessungen mit Passivsammlern durchgeführt.

Flechten sind sensible Organismen aus Pilz und Alge, die äusserst empfindlich auf veränderte Umweltbedingungen reagieren. Vor allem die Luftqualität ist ein entscheidender Faktor für das Überleben von Flechten. Nach 1989 und 1999 wurde im Jahr 2009 zum dritten Mal eine Flechtenkartierung in Liechtenstein durchgeführt.

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