Die Roma bilden mit etwa 50‘000 bis 80‘000 Personen eine grosse Volksgruppe in Bosnien und Herzegowina. Deren Einbezug in die Gesellschaft stellt seit Jahrzehnten eine erhebliche Herausforderung dar. Die Mehrheit der Roma-Kinder besucht bis heute keinen Schulunterricht. Liechtenstein unterstützt deshalb ein Projekt der Caritas Schweiz zur Verbesserung der sozialen Integration der Roma in Bosnien und Herzegowina mittels Schul- und Berufsbildung sowie sozioökonomischer Unterstützung mit insgesamt 390‘000 Franken.
Seit 2010 setzt Caritas Schweiz an insgesamt elf Schulen in den Kantonen Sarajevo und Zenica-Doboj erfolgreich ein Projekt um, in dem Roma-Kinder systematisch ins Bildungssystem integriert werden. Ziel auf der Primarstufe ist es, dass ältere Kinder oder solche, die noch nie eine Schule besucht haben, Verpasstes aufholen und nach einiger Zeit in ihren Jahrgangsklassen die obligatorische Schulzeit beenden. Bisher konnte das Projekt folgende Meilensteine erreichen:
- Aufbau von Nachhilfeunterricht für Roma-Kinder an insgesamt 11 Schulen in den Kantonen Sarajevo und Zeniva-Doboj;
- Zugang zu Primarschulbildung für mehr als 1‘500 Roma-Kinder;
- Erhöhung der Schulbesuchsquote von Roma-Kindern in den Projektschulen von 20 % auf mehr als 80 %;
- Erhebliche Reduktion der Schulabbruchsquoten;
- Unterstützung von Roma-Kindern, die Sekundarschule zu besuchen und eine Berufsbildung zu absolvieren.
In der neuen Projektphase soll das Engagement im Primarschulbereich fortgesetzt werden und auf die Kantone Tuzla und Zentralbosnien ausgeweitet werden. Zudem ist eine Kampagne gegen Menschenhandel sowie die Bereitstellung von Wohnraum für Roma geplant.