Die liechtensteinische Regierung unterstützt das Wiederaufbauprogramm der Nothilfeorganisation MEDAIR auf Haiti mit 100‘000 Franken. Damit reagiert das Land auf die immer noch prekäre Situation nach Hurrikan Matthew, der im Oktober 2016 an der Südwestküste Haitis auf Land traf. Für das ärmste Land des amerikanischen Doppelkontinents kam dies nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 und Hurrikan Sandy 2012 einer erneuten Katastrophe gleich.
Mit 1.4 Millionen Menschen sind auch ein halbes Jahr nach dem Hurrikan immer noch knapp 13 Prozent der Bevölkerung Haitis auf humanitäre Hilfe angewiesen. Den Grossteil machen Frauen und Kinder aus. Armut, instabile politische Verhältnisse und der Ausbruch der Cholera verschlechtern die Situation zusätzlich. Direkt nach dem Hurrikan hat MEDAIR in einer ersten, ebenfalls von Liechtenstein unterstützten Phase Notunterkünfte, Trinkwasser und Hygienesets bereitgestellt.
In der nun laufenden zweiten Phase sollen rund 15‘600 Betroffene mit insgesamt 2600 Unterkünften versorgt werden. Diese werden von eigens im Rahmen des Projektes ausgebildeten lokalen Handwerkern gebaut. Dadurch werden sowohl Aspekte der Berufsbildung als auch der Bereitstellung von Unterkünften abgedeckt. Bei den für die Unterkünfte Begünstigten sollen von Frauen geführte Haushalte, Grossfamilien, Familien mit Menschen mit Behinderungen sowie älteren Menschen bevorzugt werden. Diese werden im Verlauf des Programms zusätzlich für Massnahmen zur Reduktion von Katastrophenrisiken sensibilisiert.