Die Situation in der Tschadseeregion bleibt aufgrund der fortwährenden Anschläge von Boko Haram weiterhin hoch fragil. Der ursprünglich in Nigeria ausgebrochene Konflikt hat sich auf Kamerun, Niger und Tschad ausgebreitet. Fast täglich werden mehrere Angriffe und Selbstmordattentate verzeichnet. Diese Gewalt hat die bestehende Krise verschärft, denn die Region leidet ohnehin bereits seit Langem unter Armut, einer unsicheren Ernährungslage, wiederkehrenden Krankheitsausbrüchen und einem kaum existierenden Gesundheitswesen.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist in Nigeria, Niger und in Tschad mit Operationen vertreten und unterhält in Yaoundé (Kamerun) eine Regionaldelegation für sechs weitere Staaten. Aufgrund der dramatischen humanitären Situation der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung hat das IKRK im Mai 2017 die Budgets für die vier Operationen ausgebaut. Die Operationen umfassen die Promotion von humanitärem Völkerrecht bei den Konfliktparteien, die Wiederherstellung von Kontakten zwischen Familienmitgliedern, Abgabe von Nahrungsmitteln, die Verbesserung des Zugangs zum Gesundheitssystem und zu sanitären Anlagen. Liechtenstein beteiligt sich mit einem Beitrag von 100‘000 Schweizer Franken. Bereits im letzten Jahr hat Liechtenstein mit einer Unterstützung auf den gestiegenen Bedarf in der Region reagiert.