Ein Fest der Literatur sollte sie auch dieses Jahr werden – die Leipziger Buchmesse. Und sie war es! Rund 296 000 Buchbegeisterte besuchten die Messe in Leipzig und über 3200 Veranstaltungen konnten im Rahmen von «Leipzig liest» besucht werden. Unter dem Motto «Worte bewegen Welten» wurde entdeckt, ausgetauscht und diskutiert.
Eröffnung mit einem Plädoyer für das Buch
Eröffnet wurde die Messe am Mittwoch, den 26. März mit einer feierlichen Zeremonie. Dabei erhielt der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevič den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung – für sein Buch «Europas Hunde», das in seinem Heimatland verboten ist. In seiner Dankesrede hielt Bacharevič ein Plädoyer für das Buch, das freie Wort und die Freiheit an sich.
Sehr gut besuchter Auftritt der Kulturstiftung und der Botschaft in Berlin
In Zusammenarbeit mit der Liechtensteinischen Botschaft in Berlin gestaltete die Kulturstiftung Liechtenstein erneut einen Stand, an welchem insbesondere die literarischen Neuerscheinungen der jüngeren Zeit zum Schmökern aufgelegt wurden. Prominent am Stand vertreten waren auch die Schönsten Bücher 2024.
«An erster Stelle steht für mich natürlich die Möglichkeit, den P.E.N.-Club Liechtenstein einerseits über seine Vereinsschriften "ZIFFERBLATT" und "pensum", aber vor allem auch über vier lesende Mitglieder am Stand zu präsentieren. Das war für unseren kleinen Verein eine tolle Möglichkeit, auf das literarische Schaffen unserer Mitglieder hinzuweisen», meinte Mathias Ospelt, der Präsident des PEN-Clubs Liechtensteins.
Lesungen auf der Bühne «Globale Perspektiven»
Regierungsrat Manuel Frick begrüsste die zahlreichen Gäste am ersten Tag an der Eröffnung an der Lesung von Mathias Ospelt, PEN-Club-Präsident und Inga Hosp, Mitglied des PEN-Clubs Liechtenstein. Die Tandemlesung stand unter dem Motto «Erzählte Heimat aus Erinnerung, Erfahrung und Fiktion». Ospelt las aus seinem neuen Buch «Ebaholz» und Hosp aus ihrem Buch «Anders leben – anders reich: Geschichten von Leuten». Mathias Ospelt: «Was die eigene Lesung betrifft, so habe ich mich ganz grundsätzlich sehr gefreut, meinen taufrischen Roman-Erstling an der Messe vorstellen zu dürfen. Allzu oft komme ich ja nicht dazu, in Deutschland meine Arbeit zu präsentieren. Und dann erst noch - wie sich anschliessend beim Apéro zeigte - vor sehr interessiertem Publikum.»
Auch die Lesung am Freitag mit den PEN-Club-Mitgliedern Doris Büchel und Hans-Jörg Rheinberger war sehr gut besucht. Doris Büchel las aus ihrem Memoir «Wie lange ist nie mehr: Leben im Angesicht der Endlichkeit». Hans-Jörg Rheinberger las aus dem von ihm übersetzten «Gaston Bachelard, Imaginationen der Materie. Surrealismus und Nachkriegskunst». Diese Tandemlesung stand unter dem Motto: «Wir sind endlich.»
Doris Büchel zu ihrem Auftritt in Leipzig: «Es war bewegend, in dieses Meer von Büchern und Geschichten einzutauchen. Die Vielfalt der Leserinnen und Buchliebhaber, der Austausch mit Autorinnen und Verlegern, die lebendige Atmosphäre – all das war sehr inspirierend. Mein persönlicher Gänsehautmoment? Vor einem so aufmerksamen Publikum aus dem eigenen Buch zu lesen. Und das in Leipzig, an diesem geschichtsträchtigen Ort. Das war schon etwas ganz Besonderes. Die Begegnungen davor und danach und die schönen Reaktionen von Menschen, die mein Memoir und mich vorher nicht kannten, werden noch lange nachklingen».
Beide Tandem-Lesungen wurden von Gabriella Alvarez-Hummel sehr gut und sympathisch erfrischend moderiert.
Diskussion mit Liechtensteiner Beteiligung auf der TRADUKI-Bühne Kafana
Das umfangreiche Programm des Literatur- und Übersetzungsnetzwerks TRADUKI widmete sich 2025 dem Motto «Sprache, Pass und zwei, drei Fotos. Neue Literatur aus Südosteuropa» einem breiten Themenspektrum: Wie schreibt man über Krieg, Flucht, Migration und das Danach? Wo stehen Länder wie Bosnien oder Serbien heute?
Am Samstag war die liechtensteinische Autorin des Buches «Hatka – Was ich tragen kann», Jeanette Blank, teil der Diskussionsrunde. Sie diskutierte mit Vedran Džihic´ und Sergej Lebedew über Flucht, Exil, neue und alte Heimat(en). Die engagierte Diskussion beleuchtete verschiedene Perspektiven der Flucht und des Ankommens in einer neuen Heimat.