Liechtenstein ist seit diesem Jahr offiziell als Beobachter bei der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) zugelassen. Die OAS ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 1948 in Bogotá gegründet wurde und ihren Hauptsitz in Washington DC hat. Mitglieder der OAS sind 35 unabhängige Staaten Nord- und Südamerikas. Ziel der Organisation ist unter anderem die Förderung der demokratischen Prinzipien sowie der Schutz und die Respektierung der Menschenrechte. Liechtenstein hat in Latein- und Südamerika keine eigenen Vertretungen, die Region hat aber sowohl wirtschaftliche als auch entwicklungspolitische Relevanz für unser Land. Durch den Beobachterstatus kann Liechtenstein an öffentlichen Sitzungen teilnehmen und wichtige Kontakte knüpfen. Gleichzeitig verschafft der Beobachterstatus den wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Aktivitäten Liechtensteins eine erhöhte Visibilität bei den Mitgliedsstaaten. Zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit hat die Regierung die Unterstützung eines Projektes der Interamerikanischen Koalition für Frauen (CIM), einer Organisation innerhalb der OAS, beschlossen.
Viele lateinamerikanische und karibische Staaten haben wichtige Konventionen und andere Rechtsinstrumente im Bereich Frauenrechte ratifiziert, aber noch nicht vollständig implementiert. Um diese Lücke zu beheben, will die CIM in Zusammenarbeit mit den Obersten Gerichtshöfen Argentiniens und Mexikos, dem Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) und dem lateinamerikanischen Rat für Sozialwissenschaften (CLACSO) einen virtuellen Trainingskurs für Justizbeamte ausarbeiten. Liechtenstein unterstützt die Entwicklung und Lancierung dieses Kurses, der Richtern, Staatsanwälten, Ombudsmännern, Polizisten und weiteren Justizbeamten wertvolles Basiswissen über Frauenrechte und die Gleichberechtigung der Geschlechter vermitteln soll.