Derzeit gibt es keinen Hinweis, dass die Tuberkulose über Wildkontakt aus Vorarlberg nach Liechtenstein oder in die Schweiz eingeschleppt wurde. Ebenso gibt es keinen Hinweis, dass in der Tb-Risikozone (Liechtenstein, Prättigau, nördlich der Landquart, und Unterengadin sowie Sargans/Werdenberg) eine Infektion zwischen tuberkulösen Rindern und Wild stattgefunden hat.
Dies ist zusammengefasst das Ergebnis der Untersuchungen, die im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes zur Tuberkulose-Früherkennung durchgeführt wurden.
Dennoch ist die Gefahr der Einschleppung der Tuberkulose über Wildtiere jederzeit gegeben und auch in absehbarer Zukunft noch vorhanden. Die Tuberkulose wird bei direktem Kontakt mit einem kranken Stück Rotwild auch auf Vieh übertragen. Die Übertragung kann aber auch indirekt über Futter und Wasser, kontaminierte Lecksteine oder andere Gegenstände erfolgen.
Es wird daher den Rinderbetrieben in grenznahen Regionen zu Vorarlberg mit höherer Wilddichte empfohlen, vorsorgliche Massnahmen zu treffen, um einen unmittelbaren direkten und auch mittelbaren Kontakt zwischen Rindern und Wildtieren zu verhindern. Gerade im Winter steht das Wild in tieferen Lagen, weshalb das fachgerechte Einzäunen von Ausläufen wichtig ist.
Zudem gilt es zu verhindern, dass Wildtiere an Siloballen, Fahrsilos und andere Futtervorräte herankommen können. Diese sind zweckmässig, das heisst durch Zäune mit drei Litzen, durch doppelte Umzäunung oder auf andere Art wirksam vor dem Zugriff von Rotwild zu schützen. Ergänzend dazu empfiehlt sich ein sorgfältiger Umgang mit Trocken- und Nassfutter sowie Futterresten, um ein Anziehen von Rotwild möglichst zu verhindern.