Artikel zur Kolumne in den Landeszeitungen vom 10. Mai 2014
Mit der Anlagestrategie werden vom Stiftungsrat einer Pensionskassa bereits 80 bis 90% der langfristigen Ertrags- und Risiko-Eigenschaften aufgrund der finanziellen und strukturellen Risikofähigkeit bestimmt. Die Übereinstimmung der Anlage des Vermögens mit den Verpflichtungen der Pensionskassa ist durch das Führungsorgan mittels einem periodischen Asset-&Liability-Management (ALM) zu prüfen.
Das Ziel dabei ist die Festlegung einer Anlagestrategie, die die Leistungsziele, die Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft der Pensionskassa und der Risikoträger berücksichtigt. Damit können nebst der Festlegung der Anlagestrategie auch die damit verbundenen Chancen und Risiken transparent gemacht und das Risikobudget festgelegt werden. Bei angemessener Begrenzung der Risiken wird eine Ge-samtrendite angestrebt, die die Erfüllung der Leistungen respektive eine Verzinsung der Altersguthaben langfristig zu sichern vermag.
Die unternehmerische Herausforderung für die Vermögensbewirtschaftung ist, durch eine langfristige Anlagepolitik eine zeit- und kosteneffiziente Bereitstellung der versprochenen Leistungen zu unterstützen. Vor kurzfristigen oder situativ be-einflussten Eingriffen ist in der Regel abzuraten, was auch für zu grosse taktische Bandbreiten bei der Umsetzung gilt.
Die beste Anlagestrategie verfehlt aber ihre Wirkung, wenn sie nicht zielkonform und kosteneffizient umgesetzt und überwacht wird. Eine kompetent aufgestellte Anlageorganisation, speziell bezüglich des Reportings, der Messung der Perfor-mance und der Überwachung ist unerlässlich.
In den Geschäftsjahren 2010/2011 wurden bei der Pensionsversicherung für das Staatspersonal (PVS) die Prozesse für die Anlage und Verwaltung des Vorsorgever-mögens von rund CHF 700 Mio. mit Erfolg restrukturiert. Diese neuen Strukturen ermöglichten eine optimale Umsetzung der langfristigen Anlagestrategie und eine starke Senkung der Honorare für Experten und bei den mandatierten 12 Banken im In- und Ausland.
Der vergleichsweise gute Netto-Erfolg von 7.0% resp. 5.9% der letzten 2 Anlagejahre haben zur notwendigen Verzinsung des Deckungskapitals und darüber hinaus zur Gesundung der PVS beigetragen. Die solide Bilanzierung der Vorsorgeverpflichtungen per 31.12.2013 und eine gut funktionierende Anlage-Organisation können von der PVS am 1.Juli 2014 an die neue Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein übergeben werden.