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14.08.2026

Start ins Schuljahr 2026/2027: Bildungswesen setzt auf Qualität, Weiterentwicklung und zukunftsgerichtete Infrastruktur

Vaduz (ots) -

Im Rahmen einer gemeinsamen Medienkonferenz des Schulamts und des Ministeriums für Infrastruktur und Bildung wurde am Freitag, 14. August 2026, in der Schullagune in Triesen über aktuelle Entwicklungen im liechtensteinischen Bildungswesen sowie den Start ins Schuljahr 2026/2027 informiert. Regierungsrat Daniel Oehry und die interimistische Schulamtsleiterin Eva Meirer präsentierten neue Angebote für Schülerinnen und Schüler, den Stand wichtiger Infrastrukturprojekte sowie zentrale Ergebnisse aus Evaluationen und Entwicklungsprojekten.

Mit dem Schulstart am 17. August 2026 beginnt für viele Kinder und Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt. Insgesamt treten 396 Kinder neu in den Kindergarten ein. Weitere 379 Schülerinnen und Schüler besuchen erstmals die erste Klasse der Primarschule. An den weiterführenden Schulen starten 373 Jugendliche in die erste Klasse der Sekundarstufe I. Davon besuchen 116 Schülerinnen und Schüler eine Oberschule, 162 eine Realschule und 95 das Liechtensteinische Gymnasium. An der Berufsmaturitätsschule (BMS) absolvieren im kommenden Schuljahr 89 Personen eine Ausbildung. Davon besuchen 37 Studierende den berufsbegleitenden Lehrgang und 52 Personen den Vollzeitlehrgang.

Schullagune in Triesen: Ein neues Unterstützungsangebot für Schülerinnen und Schüler

Die diesjährige Medienkonferenz fand bewusst in der Schullagune in Triesen statt. Regierungsrat Daniel Oehry stellte das neue Angebot als Beispiel für eine zeitgemässe und bedürfnisorientierte Schulentwicklung vor. Die Schullagune steht allen Schülerinnen und Schülern des Schulstandorts Triesen offen und erweitert den schulischen Lernraum. Wenn das Lernen in der Klasse vorübergehend erschwert ist, können Schülerinnen und Schüler die Situation ausserhalb des Unterrichts aufarbeiten und anschliessend gestärkt in den Klassenverband zurückkehren. Kinder und Jugendliche erhalten somit bei Bedarf individuelle Unterstützung, werden gezielt begleitet und in ihren Kompetenzen gestärkt. Gleichzeitig bietet die Schullagune Raum für Beruhigung und Reflexion.

Moderne Schulinfrastruktur für künftige Generationen

Die Erweiterung des Schulzentrums Mühleholz in Vaduz schreitet planmässig voran. Nach dem Spatenstich im Mai 2023 konnte die erste Bauphase mit dem "Haus Rot" erfolgreich abgeschlossen werden. Die Schülerinnen und Schüler bezogen die neuen Räumlichkeiten bereits im August 2024. Mit Beginn des Schuljahres 2025 wurde zudem das Gebäude "Haus Weiss" von der Realschule Vaduz, der Oberschule Vaduz sowie der Sportschule in Betrieb genommen. Derzeit laufen die Arbeiten am "Haus Schwarz". Dort entstehen moderne Werk-, Kunst-, Musik- und Gestaltungsräume, eine Schulküche

sowie ein Fitnessbereich für die Sportschule. Bis Februar 2027 werden am Standort Mühleholz insgesamt drei neue Gebäude zur Verfügung stehen.

Neuer Schulstandort in Ruggell

Auch der Bau des neuen Schulzentrums Unterland II (SZU II) in Ruggell verläuft planmässig. Die Inbetriebnahme der fünf Gebäude ist für den Sommer 2027 vorgesehen. Neben Schulräumen für die Sekundarschule und die Berufsmaturitätsschule entsteht eine grosszügige Sporthalle. Für die künftige Personalbesetzung der Sekundarschule Ruggell wurde ein dreistufiges Rekrutierungsverfahren festgelegt. In den ersten beiden Phasen werden die Stellen ausschliesslich landesverwaltungsintern ausgeschrieben. Erst ab Anfang 2027 erfolgen öffentliche Ausschreibungen für externe Bewerberinnen und Bewerber.

Schulamt setzt Weiterentwicklung konsequent fort

Das Schulamt befindet sich weiterhin in einem umfassenden Weiterentwicklungsprozess. Die interimistische Amtsleiterin Eva Meirer wird in enger Abstimmung mit dem Bildungsministerium die Arbeiten in priorisierten Themenfeldern fortführen. Im November 2026 wird das Schulamt zudem einer turnusgemässen Ämterprüfung durch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) unterzogen. Darüber hinaus hat der Landtag eine externe Evaluation der Strukturen und Abläufe des Schulamts beschlossen. Beide Verfahren bieten die Möglichkeit, die Qualität der geleisteten Arbeit sichtbar zu machen und zusätzliche Entwicklungspotenziale zu identifizieren.

Berufsmaturitätsschule: Anerkennung in der Schweiz

Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein und der Schweizerische Bundesrat schliessen im August 2026 neu ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Berufsmaturitätszeugnissen. Dieses Abkommen soll voraussichtlich am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Es schafft eine stabile und dauerhafte Grundlage für die gegenseitige Anerkennung der Berufsmaturitätszeugnisse beider Länder, ergänzt die bestehenden Regelungen, stärkt die beruflichen Bildungswege und berücksichtigt zugleich die Anerkennungsvoraussetzung hinsichtlich der Beherrschung mehrerer Landessprachen der Schweiz. Es unterstreicht zudem die Bedeutung der internationalen Mobilität und der Durchlässigkeit der beiden Bildungssysteme.

Psychische Gesundheit langfristig stärken

Die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern bleibt ein zentrales Anliegen des liechtensteinischen Bildungswesens. Das Schulamt führt gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) eine mehrjährige Pilotphase durch, welche die Grundlagen für ein zukünftiges Monitoring schafft. Ausgehend von einem Pilotprojekt am Liechtensteinischen Gymnasium wurden die Erhebungen inzwischen auf sämtliche Real- und Oberschulen sowie auf die Gemeindeschulen ausgeweitet. Im laufenden Schuljahr werden erstmals auch Kinder des Kindergartens sowie der ersten und zweiten Primarklassen einbezogen. Parallel dazu entwickelt die Arbeitsgruppe "Psychische Gesundheit" konkrete Unterstützungsangebote für die Schulen. Langfristiges Ziel ist die systematische Förderung der psychischen Gesundheit aller Schülerinnen und Schüler.

Externe Evaluation zur Umsetzung des Liechtensteiner Lehrplans

Fünf Jahre nach Einführung des Liechtensteiner Lehrplans wurde dessen Umsetzung durch die Pädagogische Hochschule Luzern extern evaluiert. Die Evaluation zeichnet insgesamt ein positives Bild. Kompetenzen wie lebensnahes Lernen, die Förderung überfachlicher Kompetenzen sowie die "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" (BNE) sind an den Schulen gut verankert. Auch "Ethik und Religionen" hat sich etabliert und wird von den Beteiligten positiv bewertet. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung Entwicklungsbedarf auf. Insbesondere bei der kompetenzorientierten Beurteilung sind weitere Schritte notwendig. Schülerinnen und Schüler wünschen sich häufiger transparente Lernziele und nachvollziehbare Beurteilungskriterien.

Bildung gemeinsam weiterentwickeln

Regierungsrat Daniel Oehry betonte abschliessend, dass Liechtenstein über ein leistungsfähiges Bildungswesen mit engagierten Mitarbeitenden verfüge. Die vorgestellten Projekte und Evaluationen zeigten einerseits eine hohe Qualität in vielen Bereichen, andererseits aber auch den Anspruch, Bestehendes kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit gezielten Investitionen in Infrastruktur, Qualitätssicherung, psychische Gesundheit und innovative Bildungsangebote werde die Grundlage geschaffen, damit alle Kinder und Jugendlichen in Liechtenstein bestmöglich lernen und sich entfalten können.

Pressekontakt:

Ministerium für Infrastruktur und Bildung
Michael Ospelt
T. +423 236 61 94
michael.ospelt@regierung.li

Quelle Presseportal Link zum Beitrag

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