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Standardprüfungen in Liechtenstein


Standardprüfungen in Liechtenstein

Die Ergebnisse beim internationalen Schulleistungsvergleich PISA seit dem Jahr 2000 haben aufgezeigt, dass ein relativ hoher Anteil von Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht über jene Kompetenzen in Lesen und Mathematik verfügt, die für einen reibungslosen Übergang in den Arbeitsmarkt notwendig sind. Dieses beunruhigende Ergebnis war einer der Beweggründe, die dazu geführt haben, dass in Zukunft Transparenz über die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefordert wird. Daher hat die liechtensteinische Regierung beschlossen, nationale Standardprüfungen durchzuführen.

Was sind Bildungsstandards?

Bildungsstandards beschreiben, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler haben sollen. Mit Leistungstests wird festgestellt, wie gut diese Bildungsstandards erreicht werden. Dadurch wird Rechenschaft über den Erfolg des Bildungssystems abgelegt. Die Beurteilung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Sinne der Rechenschaftslegung ist auch für die einzelnen Schulen zunehmend von Bedeutung. Mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Schul- und Unterrichtsqualität werden die Schulen in ihrer Autonomie und Verantwortung gestärkt und die Rechenschaftspflicht nimmt gleichzeitig zu.

Standards geben den Massstab vor für die Bewertung des Erreichten. Damit eine nationale Harmonisierung über Leistungsergebnisse und deren Bewertungen angestrebt. Standards geben Aufschluss über den unterschiedlichen Leistungsstand und ermöglichen auch den Vergleich zwischen Schulen und Klassen. Die Ergebnisse werden als Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung von Schulqualität eingesetzt. Sie beeinflussen die Lehrplanentwicklung und können der Lehrperson wertvolle Hinweise für ihre Unterrichtspraxis liefern.

Qualitätsentwicklung

Das Kerngeschäft der Schule ist der Unterricht. Welche Ergebnisse die Schülerinnen und Schüler bei einer Leistungsmessung erreichen, hängt zu einem grossen Teil vom Handeln der Lehrpersonen im Unterricht ab. Eine wichtige Massnahme zur Qualitätssicherung und -entwicklung besteht deshalb darin, den Unterricht vermehrt auf seine Wirkung hin zu überprüfen und das Handeln im Unterricht zu reflektieren. Die Teilnahme an einer standardisierten Leistungsmessung führt für die Lehrpersonen zu einer individuellen Standortbestimmung ihrer Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihrer Klasse und liefert die Grundlage für die Reflexion über das eigene Handeln im Unterricht.

Fächer und Klassen

In allen dritten, fünften und siebten Klassen Liechtensteins wurden diese Standardprüfung in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende Schuljahres 2009/2010 erstmalig durchgeführt. Ende Schuljahr 2010/2011 absolvierten die dritten und fünften Klassen die Prüfungen in den Fächern Deutsch und Mathematik und die fünften Klassen zusätzlich in Englisch. Ende 2011 werden alle achten Klassen in den gleichen drei Fächern geprüft. Künftig werden die Prüfungen jährlich in diesem Rhythmus durchgeführt. Neben den rein fachlichen Leistungen werden jeweils mit einem Fragebogen auch noch Merkmale der Lern- und Leistungsmotivation, des Leseverhaltens, zu den Hausaufgaben oder weiteren Themen erhoben. Weiter werden auch einige Informationen zum Elternhaus der Schulkinder erfragt (z.B. Wie viele Bücher habt ihr zu Hause?). Die internationale Bildungsstudie PISA erhebt seit dem Jahr 2000 mit solchen Fragen Hinweise zum Elternhaus und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Interpretation der jeweils erreichten Leistungsresultate der Kinder.

Weil die Herkunft der Kinder für die Entwicklung der Schulleistungen und demzufolge für die Klassenergebnisse von grosser Bedeutung ist, sind diese Informationen für die Ergebnisrückmeldungen zentral und geben der Lehrperson die Möglichkeit, das Zustandekommen der Ergebnisse besser interpretieren zu können sowie Rückschlüsse für ihren Unterricht zu ziehen.

Nach den Sommerferien findet jeweils ein spezieller Auswertungs- und Interpretationsnachmittag für die Lehrpersonen statt, an dem sie die Resultate bezüglich ihrer Schülerpopulation kritisch reflektieren und zusammen mit Kolleginnen und Kollegen Massnahmen und Ziele für den Unterricht erarbeiten können. Die Standardprüfungen werden jährlich mit denselben Klassenstufen und in den gleichen Fächern durchgeführt.

Professionelle Unterstützung

Als Partner fungiert das Institut für Bildungsevaluation (IBE) der Universität Zürich, welches auch massgeblich für die Entwicklung der Instrumente LernLot, Klassencockpit und Stellwerk verantwortlich war und im Kanton Aargau ein ähnliches Testmodell aufgebaut hat (Check 5). Dank diesem an Erfahrung reichen Institut genügt das liechtensteinische Standardinstrument in allen wichtigen Bereichen wie Testentwicklung, Auswertung, Psychometrie, Rückmeldung, Anonymisierung und Datenschutz professionellen Ansprüchen.

Standards 2012, Schlussbericht (1.4 MB) 

Fragen und Antworten zu den Standardprüfungen in Liechtenstein (86 KB) 

Standards 2011, Schlussbericht (678 KB) 

Standards 2011, Zwischenbericht (2.1 MB) 

Standards 2011, Pressetext vom 15. September 2011 (45 KB) 

Standards 2011, Präsentation für Medienkonferenz vom 15. September 2011 (3.6 MB) 

Standardprüfungen Englisch 2011, Pressemitteilung vom 22. September 2011 (46 KB) 

Standards 2010, Schlussbericht (1.6 MB) 

Pressemitteilung vom 2. November 2010 (49 KB) 

  

Kontaktadresse bei Rückfragen zu Standards: Schulamt, Christian Weidkuhn, christian.weidkuhn@sa.llv.li, Tel. +423 236 67 68

                         

 

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