Anfrage: Landtagsabgeordneter Rainer Gopp
Beantwortung: Regierungsrat Hugo Quaderer (2005-2013)
Frage:
Zur Kunstschule Liechtenstein:
- Wie hoch ist der Eigenfinanzierungsgrad der Kunstschule und wie hat sich dies in den letzten fünf Jahren entwickelt?
- Wie ist die Struktur der Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen? Wie viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind es und wie war die Entwicklung in den letzten fünf Jahren? Wie viele Kurse mussten mangels Teilnehmern abgesagt werden?
- Gibt es Lehrkräfte, die ohne methodisch-didaktische Qualifikation bzw. Ausbildung unterrichten? Wenn ja, wie viele?
- Wie erfolgt die Qualitätssicherung des Unterrichts an der Kunstschule?
- Zu wie vielen Stellenprozenten ist der Direktor angestellt? Wo wohnt dieser und reist dieser täglich nach Liechtenstein an? Gibt es für ihn eine Anwesenheitspflicht? Ist der Direktor auch für die kaufmännische Leitung verantwortlich?
- Welche Strategie hat die Kunstschule bezüglich künftiger Positionierung und öffentlicher Präsenz? Gibt es Ausbaupläne und strukturelle Anpassungen und wenn ja, welche?
Antwort:
Zu Frage 1:
Der Eigenfinanzierungsgrad betrug 2006 47%, 2007 44%, 2008 47.5%, 2009 45%, 2010 48% und 2011 44%. Damit lag er immer wesentlich höher als der gesetzlich vorgeschriebene Eigenfinanzierungsgrad von 25%.
Zu Frage 2:
Die Zahlen sind jeweils der Durchschnitt von zwei Semestern.
In den Jahren 2009 sowie 2010 nahm die Kunstschule eine erfreuliche Entwicklung mit stark steigenden Schülerzahlen. Durch einen personellen Abgang ergab sich im darauffolgenden Jahr ein Einbruch im Kinder- und Jugendlichenbereich. Es mussten einige Kurse mangels Nachfrage abgesagt werden.
Zu Frage 3:
Alle Lehrkräfte haben eine abgeschlossene höhere Fachausbildung oder akademische Ausbildung im künstlerischen Bereich. Eine explizit pädagogische Ausbildung haben nur die in den Kinderkursen eingesetzten Lehrkräfte (z.B. Werklehrer). Wie an Kunstschulen üblich sind viele Dozenten in den Bildungskursen qualifizierte praktizierende Kunstschaffende.
Zu Frage 4:
Die Qualitätssicherung liegt in der Verantwortung des Direktors. Eine externe Evaluation des Unterrichts ist bislang nicht durchgeführt worden. Der Stiftungsrat stellt derzeit Überlegungen an, wie eine solche Evaluation durchgeführt und finanziert werden kann. Zum Vorkurs gibt es erfreuliche Rückmeldungen der KursteilnehmerInnen: Es zeigt sich, dass sie für Anschlussprogramme (z.B. Grafikausbildung, Aufnahme an Kunsthochschulen) gut qualifiziert sind.
Zu Frage 5:
Der Direktor hat einen Beschäftigungsgrad von 85% und wohnt in Hausen am Albis (ZH). Er hat Anwesenheitspflicht und hat auch die kaufmännische Leitung inne.
Zu Frage 6:
Der Stiftungsrat hat im November 2011 Konsolidierungsziele im Rahmen eines Dreijahresplanes festgelegt. Im Vordergrund steht die Erhaltung einer Kernkompetenz im Kurswesen und beim Vorkurs. Ab August 2012 soll in Balzers eine Aussenstelle an der PS Balzers eingerichtet werden, um vermehrt Kinder und Jugendliche aus dem Oberland anzusprechen. Gleichzeitig soll der Grundkurs Gestaltung für Jugendliche gestartet werden.
Der öffentlichen Präsenz wird im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten das grösstmögliche Augenmerk geschenkt. Ein Meilenstein ist die Sponsor-finanzierte neue Website ab Mai 2012; ausserdem wird auf einer regelmässige Präsenz in den liechtensteinischen Medien Wert gelegt.
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