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Reden 2004

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Frau Dr. Klestil,
sehr geehrte Damen und Herren

Es ist eine grosse Freude für mich und für meine Familie, das Museum hier im Palais Liechtenstein wieder zu eröffnen. Damit knüpfen wir an eine Tradition an, die rund 200 Jahre zurückreicht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es noch sehr ungewöhnlich, dass ein Fürst sein Palais mit seinen Kunstsammlungen dem Publikum öffnet, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, dieses zu besichtigen. Sowohl damals wie auch heute ist es ein Zeichen der engen Verbundenheit meiner Familie zu Wien und zu Österreich. 1938 war nicht nur für Österreich, sondern auch für unsere Familie der Beginn eines Leidensweges, verbunden mit schweren Verlusten. Durch den Krieg und die Nachkriegszeit gingen rund 80 Prozent des fürstlichen Vermögens verloren, nur die Fürstlichen Sammlungen konnten zum grössten Teil gerettet werden. Eine Wiedereröffnung des Museums nach dem Krieg war aber aus finanziellen Gründen nicht möglich - im Gegenteil, Kunstwerke aus den Sammlungen mussten verkauft werden, um das finanzielle Überleben der Familie zu ermöglichen. Erst die Reorganisation und der Wiederaufbau des fürstlichen Vermögens in den vergangenen 30 Jahren haben die materiellen Grundlagen geschaffen, dass unser Museum wieder eröffnet wird, fast 200 Jahre nach der ersten Öffnung für das Publikum.

In Dankbarkeit denke ich heute an jene, die am Ende des Zweiten Weltkrieges an der Rettung der Fürstlichen Sammlungen beteiligt waren, besonders an meinen Vater, der leider die Wiedereröffnung des Museums nicht mehr erleben durfte. Danken möchte ich all jenen von Herzen, die in den letzten Jahren an diesem Museumsprojekt mit grossem Einsatz gearbeitet haben; den Behörden der Republik und der Stadt Wien, ganz besonders Ihnen, sehr geehrte Frau Bundesministerin Gehrer, und Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister Häupl. Sie haben uns immer wieder geholfen, wenn da und dort Probleme aufgetaucht sind.

Danken möchte ich dem Präsidenten des Denkmalamtes, Dr. Rizzi, und seinem Team, die uns oft in schwierigen Fragen beraten haben. Gerne denken meine Frau und ich an eine gemeinsame Reise durch Österreich und Süddeutschland zurück, als es um die schwierige Frage ging, ob wir nun die beiden grossen Rottmayer-Fresken aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts in den Stiegenhäusern restaurieren oder ob wir den Zustand belassen sollen, als das Museum Anfang des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal dem Publikum geöffnet wurde? Schliesslich waren wir einstimmig für die Restaurierung, was nicht nur mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, sondern leider auch den Abschluss der Restaurierungsarbeit bis zur Eröffnung verhindert hat.

Ohne dem unermüdlichen Einsatz von Dr. Kräftner und seinem Team wäre die Wiedereröffnung des Museums in seiner ganzen Pracht nicht denkbar gewesen. Ihnen sind wir zu grösstem Dank verpflichtet. Es wurde teilweise nächtelang gearbeitet, restauriert, organisiert und telefoniert. Die Sorge meiner Frau und mir um die Gesundheit von Dr. Kräftner und seinen Mitarbeitern war in den letzten Monaten grösser als jene um das Museum. Es kam hinzu, dass wir in den vergangenen Jahren vermehrt versucht haben, Lücken in den Sammlungen zu schliessen, welche der Krieg und die Nachkriegszeit gerissen hatten. Manchmal ist es uns gelungen, Stücke wieder zurückzukaufen und manchmal konnten wir Lücken mit gleichwertigen Kunstwerken schliessen. Alles das war natürlich mit viel Arbeit verbunden, und da möchte ich unserem Kunstbeirat danken, der sowohl bei der Ankaufspolitik der Sammlungen als auch bei dem Museumsprojekt eine ganz entscheidende Rolle gespielt hat.

Mein Dank gilt auch den Esterhazys den Harrachs und den Schönborns. Zu diesen Adelsfamilien pflegen wir seit Jahrhunderten verwandtschaftliche Beziehungen. Ihre Leihgaben bereichern die Ausstellung im Museum.

Besonders danken möchte ich Seiner Exzellenz Diözesanbischof Kapellari, der sich liebenswerterweise bereit erklärt hat, die Einweihung vorzunehmen.

Meine Frau hat immer schon ein grosses Interesse und Verständnis für die Kunst gezeigt. Mit ihrem Kunstverständnis war sie für mich und für alle anderen bei den Ankäufen der Sammlungen sowie der Restaurierung dieses Palais und anderen historischen Bauten eine grosse Hilfe. Ich möchte ihr im Namen von uns allen für ihren grossen Einsatz von Herzen danken und weiss, dass sie sich mit der Wiedereröffnung des Museums selbst die grösste Freude gemacht hat.

Ein Gartenpalais und eine private Kunstsammlung erfreuen in erster Linie den Eigentümer. Mit der Wiedereröffnung des Museums möchten meine Frau und ich die Tradition unserer Vorfahren wieder aufnehmen, in der Hoffnung, dass auch ein grosses Publikum sich an diesem wunderschönen Palais und seinem Inhalt erfreuen kann. Ihnen allen wünsche ich aber nicht nur die Freude, die Ihnen dieses Museum bieten kann, sondern zuerst einmal die Freude eines Konzertes unter der Leitung von Jordi Savall. Ihm und seinem Orchester möchte ich ganz herzlich danken, dass sie sich die Zeit genommen haben, nach ihrem ersten Auftritt bei uns in der langen Nacht der Museen zum zweiten Mal hier im Herkules-Saal zu spielen.

                         

 

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