Bankstatistik 2010
Die Informationen zur Bankstatistik werden vom Amt für Statistik bei den in Liechtenstein tätigen Bankinstituten jährlich erhoben. Nicht erfasst werden die Geschäftstätigkeiten der Tochtergesellschaften im In- und Ausland.
Zinssätze sind sehr tief Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise schlugen sich auch im Jahr 2010 in den Ergebnissen der 16 in Liechtenstein ansässigen Banken nieder. Die starke Verschuldung verschiedener europäischer Staaten und der USA sorgte bei den Anlegern für grosse Verunsicherung. Die Eurowährung und der US-Dollar schwächelten, der Schweizer Franken blieb stark. Die Zinsen fielen auf historische Tiefstände.
Zinssätze in Liechtenstein seit 1991

Bilanzsumme und Reingewinn nehmen ab Die Bilanzsumme der Banken reduzierte sich im Jahr 2010 um rund CHF 2.6 Mrd. Der Rückgang von 4.7% führte zu einem Bilanzsummenstand von CHF 52.5 Mrd. Der Reingewinn wurde mit rund CHF 570 Mio. ausgewiesen, ein um rund CHF 18 Mio. bzw. 3% tieferes Ergebnis als 2009.
Erträge und Aufwände sind rückläufig Aus dem um CHF 163 Mio. (-13%) gesunken Betriebsertrag und dem um CHF 15 Mio. (-2%) leicht rückläufigen Geschäftsaufwand ergab sich eine Abnahme des Bruttogewinns um CHF 148 Mio. (-22%). Bei einem Betriebsertrag von CHF 1136 Mio. und einem Geschäftsaufwand von CHF 593 Mio. belief sich der Bruttogewinn auf CHF 543 Mio. Die Cost-Income-Ratio für 2010 beträgt somit 52.2%. Im Vorjahr wirtschafteten die liechtensteinischen Banken kosteneffizienter. Damals belief sich die Cost-Income-Ratio auf 46.8%.
Neugeldzufluss beim Kundenvermögen Der Jahresendstand der Betreuten Kundenvermögen verringerte sich um 3% gegenüber dem Vorjahr und erreichte rund CHF 121 Mrd. Ende 2009 hatte das Betreute Kundenvermögen noch CHF 125 Mrd. betragen. Eine Trendwende wurde aber beim Nettoneugeld festgestellt. Nach Nettogeldabflüssen von CHF 4.0 Mrd. im 2008 und CHF 7.0 Mrd. im 2009 meldeten die Banken für das Berichtsjahr einen Neugeldzufluss von CHF 0.5 Mrd.
Rekord bei Hypothekaranlagen Die hohe Bautätigkeit in Liechtenstein und der benachbarten Schweiz sowie die tiefen Zinssätze führten zu einem Rekordstand bei den Hypothekaranlagen im Frankenwährungsgebiet. Diese Kredite wiesen einen kräftigen Zuwachs um CHF 0.5 Mrd. bzw. 8.8% aus und beliefen sich per Ende 2010 auf CHF 7.8 Mrd.
Beschäftigung erhöht sich Im Jahr 2010 betrug der Personalbestand im Inland 2177 Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresstand wurde ein Anstieg um 31 Personen oder 0.9% registriert. Der Frauenanteil betrug Ende Jahr 42.8%.
Internationale Vergleiche Im Ländervergleich dient die Bilanzsumme als ein Hauptindikator. Sie gibt einen Überblick über das Geschäftsvolumen der Bankinstitute. Per 31. Dezember 2009 betrug die Bilanzsumme der Banken in Deutschland rund das 206fache der liechtensteinischen Bilanzsumme. In der Schweiz war die Bilanzsumme rund 48-mal, in Österreich rund 28-mal und in Luxemburg rund 22-mal grösser als in Liechtenstein.
Publikationen
Bankstatistik 2010 (573 kb) (Die nächste Ausgabe erscheint Ende Mai 2012)
Bankstatistik 2010 Tabellen (348 kb) Bankstatistik 2010 Grafiken (103 kb)
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