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Bovine Virus Diarrhoe


Die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) ist eine virusbedingte Durchfallerkrankung, die in ihrer oft tödlichen Verlaufsform, der so genannten Mucosal Disease, jährlich massive Verluste in den heimischen Rinderbeständen verursacht hat. Neben Rindern können auch Schafe und Ziegen sowie Wildwiederkäuer, die in Kontakt mit infizierten Rindern kommen, an BVD erkranken, stellen aber erfahrungsgemäss kein Infektionsreservoir der BVD dar. Bis zum Beginn des Ausrottungsprogrammes hatten in Liechtenstein rund die Hälfte aller Rinder Abwehrstoffe gegen BVD im Blut, d.h. sie hatten irgendeinmal Kontakt mit dem BVD-Virus. Für den Menschen ist dieses Virus nicht gefährlich, d.h. Milch und Fleisch von klinisch gesunden Virusträgern können bedenkenlos konsumiert werden. Sind die Tiere jedoch erkennbar krank, so dürfen sie zum Zwecke der Fleischgewinnung nicht mehr geschlachtet werden.

Die Krankheitssymptome, die ein infiziertes Tier entwickelt, hängen maßgeblich vom Zeitpunkt der erfolgten Infektion ab. Kommt ein Tier mit funktionierendem Immunsystem zum ersten Mal mit dem Virus in Kontakt, so können sich Fieber, Nasen- und Augenausfluss, Schleimhauterosionen,  Durchfall, Lungenentzündung, Umrindern und Aborte einstellen. Einige Tiere sterben, die meisten erholen sich jedoch unter der Bildung von Abwehrstoffen innerhalb von einer Woche wieder.

Wird jedoch ein ungeborenes Kalb im 2.-4. Trächtigkeitsmonat über die Mutter mit dem Virus infiziert, so kommt ein so genanntes persistent infiziertes Tier (PI-Tier) zur Welt, welches das Virus Zeit seines Lebens in sich trägt und weiter verbreitet. Dies passiert deshalb, weil der ungeborene Kälberfoetus über kein funktionierendes Immunsystem verfügt und deshalb auch keine Abwehrstoffe zur Bekämpfung des Virus entwickeln kann. Die meisten dieser persistent infizierten Kälber sterben wegen Kümmerns in den ersten 2 Lebensjahren. Erfolgt die Infektion des Kälberfoetus vor dem 2. Trächtigkeitsmonat oder nach dem 4. Trächtigkeitsmonat so stirbt im ersten Fall der Embryo ab (Umrindern), im zweiten Fall entstehen lebensschwache, z.T. missgebildete Kälber oder Totgeburten.

Ausrottung der BVD

Auf den 1. Januar 2008 wurde die Tierseuchenverordnung geändert und die Bovine Virusdiarrhoe in das Kapitel der auszurottenden Seuchen aufgenommen. Das Ausrottungskonzept zielt darauf ab, persistent infizierte Tiere, die zeitlebens den Erreger ausscheiden und das Infektionsgeschen aufrecht erhalten, zu eliminieren.

Im Jahr 2008 wurden im Rahmen der sogenannten Vorbereitungsphase alle PI-Tiere aus dem zur Sömmerung vorgesehenen Tierbestand eliminiert. Damit wurden erfolgreich Neuinfektionen während der Alpung verhindert. Im Herbst 2008 wurde im Rahmen der sogenannten Initialphase der gesamte liechtensteinische Rindviehbestand getestet. Insgesamt wurden im Jahr 2008 rund 100 PI-Tiere eliminiert. Am 1. Januar 2009 startete die Sekundärphase des Ausrottungskonzeptes. Seither entnehmen die Rindviehhalter bei jedem neugeborenen Kalb mit dem Setzen der speziellen TVD-Gewebeohrmarke eine Ohrstanzprobe.
Seit dem 1. Oktober 2009, nach Ablauf der neunmonatigen Sekundär- oder Kälberphase, läuft die BVD-Ausrottungskampagne in der sogenannten Überwachungsphase. In dieser Phase wird das Testen der Kälber mittels Ohrstanzproben fortgesetzt. Die ursprünglich geplante Einstellung der Kälber-Testung mit Ablauf des Jahres 2010 wird auf den 31.12.2011 verschoben. Der heutige Eradikationsverlauf und die angestrebte Sicherheit sprechen aus fachlicher Sicht für eine Fortsetzung der Überwachungsphase mittels Ohrstanzproben bis zum Ende des Jahres 2011. Die Sanierung verläuft  "abgesehen von punktuellen Rückschlägen" planmässig.

                         

 

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